Mittwoch, 5. März 2014

Fasent, Bumm-Bumm, Süßes schmeißen

Fasent ist gleich Brauchtum für die einen. Für die anderen bedeutet das bisweilen Feiern an und jenseits der Schmerzgrenze. Fasent ist in jedem Fall Bumm-Bumm. "Wann fahren wir auf dem Umzugwagen mit", fragt der Dreijährige begeistert und stürmt seit Wochen ans Hoftor oder klebt an der Fensterscheibe, wenn ein bunt gestaltetes Vehikel bei uns vorbeifährt. "Wann ist Fasnacht? Dann fahren Oma, Opa, Mama, Du und ich auf dem Fasnachtswagen mit..."

Dem Drachen schmeißen wir was in den Rachen. Auch das Cousinchen steht auf Süßkram. Foto: Monja Kurz

Nicht ganz den Musikgeschmack getroffen

Ich entgehe der Verantwortung das überhaupt in Erwägung ziehen zu müssen, indem ich auf einen anderen Musikgeschmack verweise. Schon hat der Riese das gemerkt und fragt beim nächsten Gefährt am nächsten Tag – es ist ja nicht so, dass wir in einer Hochburg leben, aber in den Wochen vor Rosenmontag gibt es diverse Umzüge in der Gegend, die dann von einer Handvoll Wagen aus der Heimatgemeinde auch angesteuert werden: "Magst Du die Musik jetzt. Die hat doch ein Schlagzeug und eine Gitarre?" Sehr diplomatischer Versuch, lieber Robert. Ich kann leider unter oder über dem Technobass nicht viel erkennen. Schade, grinse ich in mich hinein. Vielleicht ist das ja was für die nächste Fasent aller Zeiten? Alle Cousinen, Omas und Opa, Onkel und Tanten auf einem Familienwagen. Ich sehe schon die entgeisterten Gesichter...

Fasent ist Schminken. Das Cousinchen war ein Zebra. Da gibt es heute schon Video-Anleitungen. Bequem. Robert wollte auch ein Zebra sein und dann ein Tiger. Allerdings hat er sich selbst geschminkt. Die Stifte haben wir bis heute nicht alle gefunden. Vielleicht hat er sie sich für den Notfall irgendwo zurückgelegt.

Fasent ist "Süßes oder Saures"? Von wegen. An unserer Tür wurde nicht geschnorrt. Leider. Der Süßigkeitenschrank quillt noch immer über und das bei unserem Gelübde, den Zuckerkonsum einzuschränken. in den vergangenen Tagen wurde Süßigkeitenschmeißen geübt. In eine Stricktasche hat die Liebste dieser Zeilen drei, vier Gummibärenpäckchen getan, die von der Oma freundlich zur Verfügung gestellt wurden. Die wurden dann jeweils vor die Füße des jeweiligen "Opfers" geschmissen. Dies hatte ein kräftiges "Narri" oder "Narro" zu intonieren. Dann hat Robert die Tütchen wieder eingesammelt. So hat er sich das mit der Fasent vorgestellt. Brav. Gesund. Wir waren begeistert.

Gesunde Fasent? Aus und vorbei: bin auf Arbeit

Gestern kam Robert vom großen Umzug der Grafenhausener Hexen zurück mit der Stricktüte voll Gummibären, Bonbons, Popcorn und Co. Er war bei Oma und Opa, wollte dort übrigens bis Ostern bleiben. Aber das ist eine andere Geschichte. Den Süßkram schmeißt er jetzt weniger, futtert dafür mächtig davon. "Die Riesenmaske neben dem Schlagzeug hat geschmissen. Die haben nicht vom Wagen runter geschmissen", kommentiert er seinen Erfolg. "Die Moore-Bätscher Guggemusik", löst die Mama auf. Eine Anregung hat er für 2015 schon parat: "Die Masken sollen nicht mehr kommen." Dieses Jahr waren Hexen, Bären, Saubloodere und Co. wohl noch eine Spur zu gruselig. Nichts aber, was sich durch Süßkram nicht regeln ließe.

Am heutigen Aschermittwoch, zum offiziellen Zuckerstopp, ist der Vater dieser Zeilen zum Glück auf Arbeit.

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